Ein Betrug, der Jahre dauerte: Wie der Familie Mayer zum zweiten Mal das Eigentum entzogen wurde

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Was geschieht, wenn einem Menschen nicht nur das Vermögen, sondern auch das Vertrauen genommen wird?

In einer neuen Episode des Projekts Haus der Gerechtigkeit enthüllt Federico Pignatelli della Leonessa die Einzelheiten eines mutmaßlichen Betrugs, der sich nicht in Kriegs- oder Revolutionszeiten ereignete, sondern im modernen Slowenien. Es ist eine Geschichte, die ernste Fragen über das Funktionieren der Justiz, die Verantwortlichkeit und den Schutz der Schwächsten aufwirft.

Dies ist nicht mehr eine Geschichte über Beschlagnahmungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Dies ist eine Geschichte darüber, wie die Familie Mayer Jahrzehnte später erneut geschädigt wurde.

Vertrauen, das missbraucht wurde

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Beziehung zwischen der Familie Mayer und ihrer Anwältin Tjaša Andree Prosenc.

Laut Federico Pignatelli vertraute seine Mutter Doris Mayer der Anwältin vollkommen. Er beschreibt, wie diese sich ihr gegenüber freundlich verhalten, sie umarmt und ihr versichert haben soll, dass sie die Interessen der Familie schützen werde.

Doch im Hintergrund soll sich etwas ganz anderes abgespielt haben.

Seine Mutter habe die Dokumente, die sie unterzeichnete, nicht verstanden. Sie waren alle auf Slowenisch, und sie habe nicht gewusst, dass sie zentrale Rechtsakte zur Eigentumsübertragung unterschrieb.

Darüber hinaus habe sie nach seinen Worten nicht einmal gewusst, dass sie formell zur Geschäftsführerin des Unternehmens ernannt worden war, das das Familienvermögen verwaltete.

Wie der Betrug abgelaufen sein soll

Federico Pignatelli beschreibt ein Schema, das die Übertragung des Eigentums an die Anwältin ermöglicht haben soll.

Im Jahr 2004 soll seine Mutter Dokumente unterschrieben haben, mit denen die Wohnung an die Anwältin überging. Auf dem Papier sah es so aus, als sei der Kaufpreis bezahlt worden.

In Wirklichkeit soll jedoch etwas anderes geschehen sein.

Seinen Angaben zufolge soll die Anwältin zunächst etwa 250.000 Euro vom Bankkonto seiner Mutter, zu dem sie eine Vollmacht hatte, auf ihr eigenes Konto in der Schweiz überwiesen haben. Dann soll sie denselben Betrag als Zahlung für den Wohnungskauf dargestellt haben.

Das bedeutet, dass die Zahlung mit dem Geld des Opfers selbst geleistet worden sein soll.

Federico Pignatelli beschreibt es sehr deutlich: Es soll zwei entscheidende Schritte gegeben haben. Erst die Entnahme des Geldes, dann die Entnahme der Immobilie.

Geld in der Schweiz und Steuerfragen

Er hebt auch die Überweisung von Geldern auf ein Konto bei der UBS-Bank in der Schweiz hervor.

Seinen Behauptungen zufolge soll es um mehr als 250.000 Euro gegangen sein, was auch Fragen zu möglichen steuerlichen Unregelmäßigkeiten aufwirft.

Dieser Teil der Geschichte unterstreicht zusätzlich die Schwere der Anschuldigungen und den breiteren Kontext des mutmaßlichen Verhaltens.

Die Geschichte weitet sich aus: Ein Geschäftsraum und der Sohn der Anwältin

Die Geschichte soll nicht bei einer Wohnung stehengeblieben sein.

Im Jahr 2007 soll auf ähnliche Weise auch ein Geschäftsraum von etwa 74 Quadratmetern verkauft worden sein. Der Käufer soll der Sohn der Anwältin gewesen sein, der heute in dem Raum eine Tätigkeit ausübt.

Pignatelli weist auf mehrere strittige Elemente hin:

  • Der Käufer soll behauptet haben, 400.000 Euro in bar für den Raum bezahlt zu haben;
  • Die Zahlung soll an eine Person geleistet worden sein, die nicht mit dem Eigentum verbunden war;
  • Der Vertrag soll sich auf eine kleinere Fläche bezogen haben, tatsächlich soll jedoch eine wesentlich größere genutzt worden sein.

Später soll derselbe Mieter einen weiteren Geschäftsraum übernommen haben, ohne dafür Miete zu zahlen.

Wie der Betrug entdeckt wurde

Jahrelang wusste Federico Pignatelli nicht, was geschah.

Er lebte im Ausland und kommunizierte regelmäßig mit der Anwältin, die ihm versicherte, dass alles in Ordnung sei. Gelegentlich kam er nach Slowenien und überprüfte die Lage, hatte aber keinen Grund zum Verdacht.

Der Wendepunkt kam, als er erfuhr, dass in der Wohnung ohne seine Zustimmung Renovierungen durchgeführt wurden.

Von da an begann er, sich eingehend mit der Dokumentation zu beschäftigen und entdeckte nach und nach, was sich zugetragen haben soll.

Gerichtsverfahren und das Gefühl der Ohnmacht

Als er versuchte zu handeln, sah er sich nach seinen Worten einer neuen Hürde gegenüber.

Das Gericht soll seine Argumente nicht inhaltlich geprüft, sondern den Anspruch wegen Verjährung abgewiesen haben. Die entscheidende Frage war, wann die Frist zur Geltendmachung von Rechten zu laufen beginnt.

Pignatelli weist auf die Unlogik einer solchen Auslegung hin. Seiner Meinung nach sollte die Frist erst dann zu laufen beginnen, wenn der Geschädigte von dem Betrug erfährt, und nicht dann, wenn er formell begangen wurde.

Andernfalls, so sagt er, wäre es zu einfach, einen Betrug zu verschleiern.

Ein System, das Unrecht ermöglicht

Besonders kritisch äußert er sich auch zur Rolle der Anwälte und Institutionen.

Er sagt, er habe einen Rechtsvertreter beauftragt, der allerdings nicht bereit gewesen sein soll, entschieden gegen das System vorzugehen. Aufgrund der langsamen Beweiserhebung seien wichtige Fristen versäumt worden, was seine Position zusätzlich geschwächt habe.

Infolgedessen habe er nur eine Zivilklage einreichen können, nicht aber eine Strafanzeige.

Die Absurdität des Rechtssystems

Am Ende macht Pignatelli auf ein größeres Problem aufmerksam.

Wenn das Rechtssystem es zulässt, dass jemand Ihr Eigentum ohne Ihr Wissen verkauft und sich dann nach einer gewissen Zeit auf die Verjährung beruft, stellt dies seiner Meinung nach einen schwerwiegenden Systemfehler dar.

Ein solches System, sagt er, schützt nicht die Opfer, sondern ermöglicht es den Tätern, sich der Verantwortung zu entziehen.

Warum diese Geschichte wichtig ist

Die Geschichte der Familie Mayer ist somit nicht nur ein Beispiel aus der Vergangenheit.

Sie ist eine Warnung.

Eine Warnung, dass Gerechtigkeit nicht davon abhängen darf, ob ein Einzelner den Betrug rechtzeitig entdeckt. Und eine Warnung, dass ohne ein wirksames Schutzsystem jeder Opfer ähnlichen Verhaltens werden kann.

Das Projekt Haus der Gerechtigkeit ist daher nicht nur der persönliche Kampf von Federico Pignatelli.

Es ist ein Aufruf zur Veränderung eines Systems, in dem Gerechtigkeit nicht durch Formalitäten begrenzt, sondern auf Wahrheit gegründet sein wird.

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