Offener Brief an das Olympische Komitee Sloweniens

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Offener Brief an das Olympische Komitee Sloweniens

Federico Pignatelli della Leonessa, New York
New York, Mai 2026

Empfänger: Olympisches Komitee Sloweniens, Verband der Sportverbände, Ameriška ulica 2, 1000 Ljubljana

Sehr geehrte Führung des Olympischen Komitees Sloweniens,

mit großer Sorge habe ich die Nachricht verfolgt, dass Sie der Anwältin Tjaša Andree Prosenc den Titel des ersten Ehrenmitglieds des Olympischen Komitees Sloweniens verliehen haben.

Diese Auszeichnung soll Integrität, Ehre, Redlichkeit und einen lebenslangen Beitrag zur Gesellschaft symbolisieren. Sie haben dieses Symbol und dieses Vertrauen zerstört, und gerade deshalb bin ich der Meinung, dass die slowenische Öffentlichkeit das Recht hat, auch die andere Seite der Geschichte jener Person zu erfahren, die Sie mit Ihrer höchsten symbolischen Auszeichnung geehrt haben.

Tjaša Andree Prosenc war viele Jahre lang meine rechtliche Vertreterin und die Anwältin meiner Familie in Angelegenheiten rund um das Vermögen in der Wolfova 1 in Ljubljana sowie um das gesamte übrige Familienvermögen, das uns nach langwierigen Denationalisierungsverfahren zurückgegeben wurde, im Zusammenhang mit den kriminellen Nachkriegsunrechtstaten gegen die Familie Mayer. Diese Unrechtstaten führten zur Verhaftung meines Großvaters, zu seiner Folter im Gefängnis und schließlich zu seiner Ermordung sowie zur Beschlagnahme seines gesamten Vermögens.

Anstatt die Interessen ihrer Mandantin zu schützen, kam es zu Vertrauensmissbrauch, zur Fälschung von Dokumenten und zu illegalen Änderungen im Handelsregister der Gesellschaft Eurocapital, der Eigentümerin des Gebäudes. Auf unterschiedliche Weise, aber stets mit demselben Endziel: Vermögen zu stehlen.

Ein entscheidender Teil dieser Geschichte war meine Mutter, Doris Mayer, eine ältere Dame, die nach Jahrzehnten im Ausland die slowenische Sprache und die rechtlichen Verfahren nicht mehr verstand. Gerade über sie führte Tjaša Andree Prosenc illegale Manöver durch, mit denen sie ihr und mir unser Vermögen entzog und sich genug Zeit verschaffte, damit die entscheidenden Fristen für einen wirksamen Rechtsschutz verstrichen. In Slowenien kann drei Jahre nach der Begehung einer Straftat keine Strafanzeige mehr gegen den Täter erstattet werden, unabhängig davon, ob man überhaupt davon wusste. Eine solche Gesetzgebung schützt Kriminelle vor der Verantwortung für ihre Taten und fördert Diebstahl, Betrug und Korruption.

Als ich tatsächlich von den kriminellen Handlungen von Frau Prosenc erfuhr, war es mir wegen der Verjährung verwehrt, ein Strafverfahren gegen sie einzuleiten. Das ist völliger Unsinn, denn ein Mensch kann nicht gegen eine Tat vorgehen, von der er gar nicht weiß, dass sie geschehen ist.

Im Gebäude meiner Familie besitzt Tjaša Andree Prosenc heute eine gestohlene Wohnung, während ihr Sohn wertvolle gestohlene Geschäftsräume besitzt, in denen er seiner Tätigkeit nachgeht.

Noch beunruhigender als die Geschichte selbst ist die Tatsache, dass die slowenischen Institutionen in all diesen Jahren keine klare und wirksame rechtliche Lösung für meine zivilrechtlichen Verfahren bieten konnten. Dazu gehört auch die Anwaltskammer Sloweniens, die völlig versagt hat, angemessene Maßnahmen gegen Frau Prosenc zu ergreifen, weshalb ich die Anwaltskammer seit Jahren verklage.

Als sich Slowenien für die Demokratie und den Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft entschied, glaubte ich an den slowenischen Rechtsstaat. Ich hätte mir nie vorgestellt, dass es möglich ist, einen Menschen so viele Jahre ohne wirksamen Rechtsschutz zu lassen, während jemand mit starken Verbindungen in politischen und justiziellen Kreisen weiterhin Ansehen und öffentliche Ehrungen genießt.

Der Öffentlichkeit sind die langjährigen Verbindungen zwischen Tjaša Andree Prosenc und den einflussreichen Netzwerken der ehemaligen kommunistischen Elite unter der Führung von Milan Kučan wohlbekannt, unter dessen Schutz sie stand und bis heute steht, da die beiden viele Jahre lang auch ein Liebespaar gewesen sein sollen. Gerade deshalb fragen sich heute viele zu Recht, ob in Slowenien wirklich für alle dieselben Regeln gelten.

Dieser Brief ist kein Angriff auf den Sport. Er ist ein Appell an die Verantwortung Ihrer Institution.

Wenn eine Institution wie das Olympische Komitee Sloweniens jemandem den Titel eines Ehrenmitglieds verleiht, erkennt sie nicht nur sportliche Funktionen an. Sie verleiht auch moralische Legitimität.

Gerade deshalb bin ich der Meinung, dass Sie vor einer solchen Entscheidung auch das größere Bild und die Geschichte der Person berücksichtigen sollten, der Sie Ihre wertvolle Auszeichnung verleihen.

Heute ist dies nicht mehr nur meine persönliche Frage.

Die Frage lautet: Welche Werte belohnen wir als Gesellschaft? Und ob Integrität in Slowenien überhaupt noch etwas bedeutet.

Federico Pignatelli della Leonessa

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