Was wollte die Kommission der Anwaltskammer Sloweniens nicht hören?

Der Artikel behandelt disziplinarische Verfahren bei der Anwaltskammer Sloweniens (OZS) gegen die Rechtsanwältin Tjaša Andree Prosenc, der ein Pflichtverstoß gegenüber dem Mandanten Federico Pignatelli vorgeworfen wird. Der Autor behauptet, dass sowohl die Disziplinarkommission (geleitet von Renato Frelih) als auch die Ethikkommission (geleitet von Živa Drol Novak) Prosenc freigesprochen hätten, ohne Pignatelli die Möglichkeit zu geben, seine Beweise vorzulegen.
Der Kernstreit betrifft die Eintragung von Doris Mayer Pignatelli als Geschäftsführerin der Firma Eurocapital im Handelsregister. Pignatelli behauptet, Prosenc habe ihre schriftliche Vollmacht überschritten, während Prosenc behauptete, sie habe im Auftrag und nach Anweisung des Mandanten gehandelt.
Der Autor argumentiert, die Kommissionen hätten "ihre Entscheidung ausschließlich auf Aussagen von Tjaša Andree Prosenc und ihrem Anwalt Miha Kozinc gestützt" statt auf die Prüfung schriftlicher Beweise. Er behauptet, Pignatelli habe niemals die Gelegenheit erhalten, die Vorwürfe zu widerlegen oder gegenteilige Beweise vorzulegen.
Der Artikel listet konkrete Vorwürfe auf: dass Doris Mayer das Unternehmen niemals tatsächlich geführt habe; dass das Kapital von ihren Söhnen und nicht von ihr eingebracht worden sei; dass keine familiäre Vereinbarung existiere, die sie zur Geschäftsführerin ernannte; und dass Doris Mayer seit 1946 im Ausland lebe und niemals persönlich die ihr zugeschriebene notariell beglaubigte Erklärung abgegeben habe.
Der Autor schließt, dass die Vorgangsweise der Anwaltskammer "zur Verschleierung krimineller Aktivitäten beigetragen habe" und stellt die Frage, ob institutionelle Loyalität unter Anwälten die berufliche Ethik übersteige.
