Warum schützt die Anwaltskammer korrupte Anwälte?

Die Rechtsanwältin Tjaša Andree Prosenc soll ihren Mandanten Federico Pignatelli verraten haben, indem sie dessen Mutter Doris Mayer betrügerisch als Geschäftsführerin der Firma Eurocapital eintrug, anstelle der rechtmäßigen Geschäftsführerin, und dabei den Namen "Doris Mayer Pignatelli" verwendete, den sie nie geführt hat.
Pignatelli reichte mehrere Klagen ein und meldete Prosenc bei der slowenischen Anwaltskammer (OZS). Die OZS ist verantwortlich für die Überwachung des Verhaltens von Anwälten und die Durchsetzung berufsethischer Standards gemäß dem Anwaltsgesetz und den dazugehörigen Vorschriften.
Die OZS geht gegen unethisches Verhalten mit verschiedenen Sanktionen vor, die von Verwarnungen bis zum Ausschluss aus der Mitgliedschaft reichen. Solche Verstöße umfassen die Verletzung der Verschwiegenheitspflicht gegenüber Mandanten, das Vernachlässigen von Verpflichtungen und Betrug gegenüber Parteien oder Gerichten.
Trotz dieses schweren Fehlverhaltens schloss die OZS das Verfahren ab, ohne Pignatelli die Möglichkeit zu geben, Argumente vorzubringen. Sie soll die Entscheidung angeblich nach New York geschickt haben, die er nie erhielt. Als er Jahre später die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragte, lehnte die OZS ab.
Die OZS befragte nur Prosenc und akzeptierte ihre falsche Behauptung, dass "Doris Mayer" die tatsächliche Eigentümerin sei. Die Vereinigung ging nie der Frage nach, ob Pignatelli zurückgetreten war, ob "Doris Mayer Pignatelli" existierte, oder stellte das Konzept der "tatsächlichen Eigentümerin" in Frage.
Pignatelli leitete daraufhin ein Gerichtsverfahren gegen die OZS ein, das noch anhängig ist. Zwar bot die Anwaltskammer einen Vergleich an, den er jedoch ohne Zusicherungen für angemessene disziplinarische Maßnahmen gegen Prosenc ablehnte. Die Vorgehensweise der OZS legt nahe, einflussreiche Mitglieder zu schützen statt berufliche Standards aufrechtzuerhalten.
