Prinzessin Doris Mayer – eine Slowenin, die ihre Heimat zweimal verlor

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Prinzessin Doris Mayer – eine Slowenin, die ihre Heimat zweimal verlor

In einer äußerst erschütternden Folge der Dokumentarserie Pričevalci, die unter der Regie von Dr. Jože Možina bei RTV Slovenija zu sehen ist, meldet sich Princess Doris Mayer von Samassa zu Wort. Ihre Lebensgeschichte verknüpft menschliche Würde und Kultiviertheit mit historischen Wendepunkten und tiefen Enttäuschungen, die leider bis in die Gegenwart reichen.

Doris wurde 1926 in Bled in eine angesehene slowenisch-österreichische Familie geboren, die zur höheren Unternehmerklasse des Vorkriegs-Sloweniens gehörte. Ihr Vater, Emerik Mayer, ein Rechtsanwalt und Intellektueller, half während des Zweiten Weltkriegs Partisanenfamilien und schützte sie vor dem Besatzer, doch das bewahrte ihn nach dem Krieg nicht vor der brutalen Repression der kommunistischen Behörden.

Nach Kriegsende wurde er verhaftet, brutal gefoltert und wurde eines der vielen Opfer von massenhaften Nachkriegserschießungen. Das Familienhaus in Ljubljana wurde geplündert und der Familie wurden Besitz und Rechte entzogen. Doris, ihre Schwester und ihre Mutter wurden ebenfalls inhaftiert, gefoltert, vergewaltigt und später gewaltsam über die Grenze ausgesiedelt.

Die Verbannung führte Doris nach Italien, wo sie in die italienische Adelsfamilie Pignatelli della Leonessa einheiratete, die bis ins neunte Jahrhundert zurückreicht. Trotz eines Lebens im Kreis der italienischen Elite kappte die Prinzessin niemals ihre geistigen und emotionalen Bindungen an Slowenien. Ihr Leben war stets mit der Hoffnung verknüpft, dass ihre Heimat eines Tages die ihr und tausenden anderen zugefügten Unrechtstaten anerkennen würde — jener Menschen, die ausgelöscht, vertrieben und zum Schweigen gebracht worden waren.

In den letzten Jahren ihres Lebens wurde sie jedoch erneut tief verletzt, denn ihre Heimat verriet sie ein weiteres Mal, selbst als postkommunistischer unabhängiger Staat. In ihrem Zeugnis offenbart sie, dass sie Opfer eines Vertrauensbruchs durch ihre Vertreterin, Rechtsanwältin Tjaša Andree Prosenc, geworden sei, die sie angeblich getäuscht und beraubt hat. Dieser persönliche Verrat, den sie im Alter erfuhr, war ein weiterer schmerzlicher Schlag von dem Staat, dem sie dennoch wohlwollend gegenüberstand.

Die Enttäuschung war nicht nur rechtlicher und persönlicher Natur — sie war moralisch. Es handelt sich um einen Fall, der über den rein juristischen Rahmen hinausgeht. Wir erleben ein bitteres Paradoxon: Eine Person, die ihr Leben lang an Gerechtigkeit glaubte und sich für Versöhnung einsetzte, erfährt am Ende ihres Lebens Verrat im Namen der Gerechtigkeit, für die sie gekämpft hatte.

Princess Doris Mayer von Samassa starb 2024 in Italien im hohen Alter von 98 Jahren. Ihr Zeugnis ist nicht nur historisch bedeutsam, sondern die Stimme jener, die an den Rand gedrängt wurden, obwohl sie einst die Entwicklung Sloweniens mitgestalteten. Es ist eine Geschichte von Verlust, Würde, Glauben an Gerechtigkeit und davon, wie tief ein Verrat schmerzen kann.

Das vollständige Zeugnis von Princess Doris Mayer von Samassa können Sie auf der Plattform RTV 365 über den auf der Website von RTV Slovenija verfügbaren Interview-Link ansehen.

Dies ist nicht nur ein Interview. Dies ist ein historisches Zeugnis, das alle Sloweninnen und Slowenen hören sollten.

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