Wie hat die Anwältin ihren Mandanten verraten?

Das Gebäude in Wolfova 1 in Ljubljana hat eine komplizierte und manchmal tragische Geschichte. Damit verbunden ist ein aktueller Streit, der einen dunklen Schatten auf die slowenische Rechtspraxis und den Rechtsstaat wirft. Die Wolfova-1-Geschichte stellt „eines der offensichtlichsten Beispiele dar, die die Unfähigkeit des slowenischen Justizsystems aufzeigen, den Menschen Gerechtigkeit zu gewährleisten.“ Federico Pignatelli behauptet, dieser Fall belege Korruption im slowenischen Rechtswesen.
Der erste Schritt in dieser korrupten Abfolge betraf die Anwältin Tjaša Andree Prosenc, die angeblich ihren Mandanten Federico durch Urkundenfälschung verriet und ihm dadurch späteren Vermögensschaden zufügte. 1993 beauftragte Federico sie mit Rechtsdienstleistungen für Eurocapital Partners Estate, eine Gesellschaft, über die Familienmitglieder Eigentum an Wolfova 1 hielten. Er blieb während der gesamten Existenz der Gesellschaft deren Geschäftsführer.
Nach einer Gesellschafterversammlung 1999 wurde angeblich vor Notar Miro Košak ein Versammlungsprotokoll gefälscht. Das gefälschte Dokument widersprach den ausdrücklichen Anweisungen der Haupteigentümer — Federico und seinem Bruder Luigi Pignatelli. Mit diesem verfälschten Protokoll änderte das Registergericht unter Richterin Marja Mächtig angeblich den Namen des rechtmäßigen Vertreters der Gesellschaft. Anstelle von Federico wurde „Doris Mayer Pignatelli“ als Geschäftsführer eingetragen, obwohl diese Person nie offiziell existierte und Doris Mayer die Ernennung nie akzeptiert hatte oder wusste, dass sie eingetragen worden war.
Obwohl das Registergericht vermerkte, dass neue Vertreter nur mit ordnungsgemäßen Unterlagen eingetragen werden könnten, die die Abberufung des vorherigen Geschäftsführers nachweisen, gelang es der Anwältin angeblich, einen illegitimen Vertreter eintragen zu lassen. Jemand fügte angeblich handschriftlich Vermerke in die Dokumente ein, wonach Federico abberufen und „Doris Mayer Pignatelli“ zur Geschäftsführerin ernannt worden sei.
Anwältin Prosenc räumte diese Handlung ein, doch blieben die Folgen ungelöst und der Täter unbestraft. Trotz ihres Geständnisses, ihren Mandanten verraten zu haben, gewährten weder die Odvetniška zbornica Slovenije noch das Bezirksgericht Ljubljana unter Richterin Anja Gulje dem Geschädigten Gerechtigkeit. Der Artikel stellt die These auf, dass „die Rechtspraxis und die Justiz bei der Bewahrung der Folgen dieser Handlung zusammenarbeiten, durch die zwei Wohnungen und ein Erdgeschossgeschäft dem rechtmäßigen Eigentümer entfremdet wurden.“
Der Autor reflektiert über den Glauben an rechtliche Institutionen: „Der Glaube an den Rechtsstaat ist die Grundlage einer zivilisierten Gesellschaft.“ Er fragt, wie Bürger Respekt vor der Justiz bewahren können, wenn Anwälte Mandanten verraten und Berufsgenossen Täter vor Verantwortung schützen. Der kommende Artikel kündigt an, die Reaktion der Odvetniška zbornica Slovenije zu schildern und beschreibt sie als „eine Institution, in der Anwältinnen und Anwälte sich offensichtlich gegenseitig bei solchen korrupten Praktiken decken.“
